Wusstest du, dass nicht Sauerstoff, sondern CO₂ dein Atemzentrum steuert?
Viele Menschen glauben, zu atmen sei einfach „einatmen = Sauerstoff rein, ausatmen = CO₂ raus“. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Wer tiefer einsteigt, versteht, dass CO₂ nicht nur ein Abfallprodukt ist, sondern ein Schlüssel zu besserer Gesundheit, innerer Ruhe und mehr Energie.
🔍 Was bedeutet CO₂-Toleranz?
CO₂-Toleranz beschreibt die Fähigkeit deines Körpers, mit einem höheren Kohlendioxidgehalt im Blut umzugehen, ohne sofort in Atemnot zu geraten.
Je höher deine Toleranz gegenüber CO₂ ist, desto langsamer, effizienter und ruhiger ist dein Atem – und desto ausgeglichener dein Nervensystem.
Viele Menschen haben durch chronischen Stress, Überatmung oder flache Brustatmung eine niedrige CO₂-Toleranz. Ihr Körper schlägt bereits bei kleinen CO₂-Erhöhungen Alarm und signalisiert sofort: „Ich brauche Luft.“ Die Folge ist eine dauerhaft zu schnelle, zu tiefe oder unruhige Atmung im Stressmodus.
🚨 Die Herausforderung:
Viele Menschen haben durch chronischen Stress, Überatmung oder flache Brustatmung eine niedrige CO₂-Toleranz – ihr Körper schlägt bereits bei kleinen CO₂-Erhöhungen Alarm:
„Ich brauche Luft!“
➡️ Die Folge: Sie atmen zu viel, zu schnell, zu laut, zu flach – dauerhaft im Stressmodus.
🧬 Was passiert im Körper, wenn CO₂ steigt?
Sobald du deine Atmung bewusst verlangsamst oder nach dem Ausatmen eine kurze Pause machst, steigt der CO₂-Gehalt im Blut, weil das Gas nicht sofort abgeatmet wird.
Dein Atemzentrum im Hirnstamm registriert diesen Anstieg. Ist dein System nicht daran gewöhnt, meldet das Gehirn schnell den Impuls, wieder einzuatmen.
Übst du dies regelmäßig und sanft, passt sich dein Nervensystem an. Das Atemzentrum lernt, höhere CO₂-Werte zu tolerieren, ohne Alarm auszulösen. Genau das ist der Übungsmechanismus hinter ausatembetonter Atemtechniken aus dem Yoga und der Buteyko-Atmung.
Was also passiert im Körper, wenn CO₂ steigt?
- CO₂ steigt im Blut an, weil du es nicht sofort abatmest.
- Dein Atemzentrum (im Hirnstamm) bekommt das Signal: CO₂-Wert ↑.
- Wenn du nicht daran gewöhnt bist, meldet sich dein Gehirn sofort: „Atmen!“
- Mit regelmäßigem Training lernt dein System, CO₂ zu tolerieren, ohne in Panik zu verfallen.
🌬️ Warum ist CO₂ so wichtig?
Viele Menschen halten CO₂ für ein reines Abfallgas. Das ist physiologisch falsch. CO₂ ist ein essenzieller Regulator im Körper.
CO₂ reguliert den pH-Wert des Blutes und trägt dazu bei, den Säure-Basen-Haushalt stabil zu halten. Wird zu viel CO₂ abgeatmet, kann es zu Symptomen wie Schwindel, Kribbeln oder Herzrasen kommen.
CO₂ sorgt außerdem für die Weitung der Blutgefäße. Dadurch werden Gehirn und Organe besser durchblutet. Sinkt der CO₂-Spiegel, verengen sich die Gefäße, was sich in kalten Händen, Konzentrationsproblemen oder Kopfdruck äußern kann.
Besonders entscheidend ist der sogenannte Bohr-Effekt. CO₂ ermöglicht erst die Abgabe von Sauerstoff aus dem Hämoglobin in die Zellen. Ohne ausreichend CO₂ bleibt Sauerstoff im Blut gebunden und erreicht das Gewebe nicht effektiv – selbst dann nicht, wenn die Sauerstoffsättigung im Blut gut aussieht.
💡 3 wichtige Wirkweisen von CO₂:
🧪 1. Reguliert den pH-Wert im Blut
🚪 2. Öffnet Blutgefäße (Vasodilatation)
🧬 3. Ermöglicht Sauerstoffaufnahme in die Zellen (Bohr-Effekt)
📉 Was passiert bei zu wenig CO₂?
Wenn Menschen chronisch zu viel atmen, sinkt ihr CO₂-Spiegel dauerhaft. Die Blutgefäße verengen sich, die Sauerstoffverwertung verschlechtert sich und das Nervensystem bleibt im Alarmzustand.
Typische Folgen sind Kurzatmigkeit, Schlafstörungen, innere Unruhe, Bluthochdruck, Panikattacken, Erschöpfung und muskuläre Verspannungen.
Das Problem dabei ist, dass viele diesen Zustand für normal halten, weil sie ihn nicht anders kennen.
Das passiert bei zu wenig CO₂
- Dein CO₂-Spiegel sinkt.
- Deine Blutgefäße verengen sich.
- Deine Sauerstoffversorgung verschlechtert sich.
- Dein Nervensystem gerät in Alarmbereitschaft.
- Du entwickelst Symptome wie:
- Kurzatmigkeit
- Konzentrationsprobleme
- Schlafstörungen
- Bluthochdruck
- Panikattacken
- Erschöpfung
- Verspannungen
Das Krasse daran ist:
🧠 Die meisten merken es nicht.
Sie atmen unbewusst so – Tag für Tag.
🧭Wie ist CO₂-Toleranz messbar?
CO₂-Toleranz lässt sich nicht direkt messen wie Blutdruck oder Puls. Stattdessen wird sie funktionell erfasst, also über die Reaktion deines Körpers auf einen ansteigenden CO₂-Spiegel.
Die gebräuchlichste und praxiserprobte Methode stammt aus der Buteyko-Atmung und nennt sich Kontrollpause (CP). Dabei wird gemessen, wie lange dein Körper nach einer normalen Ausatmung entspannt innehalten kann, bis der erste deutliche Atemimpuls entsteht. Nicht Willenskraft zählt, sondern der Moment, in dem dein Atemzentrum sagt: „Jetzt möchte ich wieder atmen.“
Diese Zeitspanne zeigt, wie sensibel dein Nervensystem auf CO₂ reagiert. Je schneller der Atemimpuls kommt, desto niedriger ist die CO₂-Toleranz. Je länger du ruhig bleiben kannst, desto besser ist deine Atemregulation.
Wichtig ist: Hier wird nicht der Sauerstoff gemessen, sondern die Reizschwelle deines Atemzentrums im Gehirn. Dieses reagiert primär auf CO₂, nicht auf Sauerstoffmangel. Deshalb kann jemand eine sehr gute Sauerstoffsättigung haben und sich trotzdem kurzatmig, gestresst oder erschöpft fühlen.
Die Kontrollpause ersetzt keine medizinische Diagnostik. Sie ist jedoch ein zuverlässiger Indikator für Atemmuster, Nervensystemzustand und CO₂-Toleranz und eignet sich hervorragend, um Veränderungen durch Atemtraining sichtbar zu machen.
Kurz gesagt:
CO₂-Toleranz ist messbar über die Zeit, die dein Körper steigendes CO₂ zulässt, bevor er Alarm schlägt – und genau das macht die Kontrollpause sichtbar.
🫁 Die Kontrollpause (CP)
So machst Du sie richtig:
Du sitzt aufrecht und entspannt.
Du atmest ruhig durch die Nase ein und aus.
Nach einer normalen Ausatmung hältst du die Nase zu und stoppst die Zeit.
Du hältst den Atem nur so lange, bis der erste deutliche Atemimpuls entsteht.
Nicht bis zum maximalen Durchhalten, sondern bis zu dem Punkt, an dem der Körper klar sagt: „Jetzt möchte ich einatmen.“
Achtung: das ist am Anfang wirklich schwer auszumachen, da wir oft tief in uns verankert haben, dass wir Leistung bringen müssen. Nimm Dir ruhig die Zeit intensiv in Kontakt zu gehen um festzustellen, wann kommt denn der wirkliche erste Impuls zum Einatmen. Das ist der wichtigste und entscheidende Moment.
Dann atmest du wieder ruhig durch die Nase weiter.
Gemessen wird also nicht Willenskraft, sondern die Reaktion des Atemzentrums auf steigendes CO₂.
📊Wie kannst Du Dein Ergebnis – Dein Messwert einordnen?
In der kurzen und knappen Darstellung im Bild – aus meinem Atemtagebuch – kannst du nachlesen in welchem Bereich du dich befindest und ableiten worin dein Potenzial liegt.
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🛠️ Wie steigerst du CO₂-Toleranz?
CO₂-Training bedeutet nicht, den Atem gewaltsam anzuhalten. Es geht um sanfte, bewusste Regulation.
Die Grundlage ist konsequente Nasenatmung. Die Atmung wird ruhiger, leiser und weniger voluminös. Nach dem Ausatmen werden kurze Atempausen eingelegt, ohne Druck und ohne Kampf. Auch leichte Bewegung mit reduzierter Atmung kann die CO₂-Toleranz schrittweise erhöhen.
Entscheidend ist, dass sich das Üben ruhig und kontrolliert anfühlt. Ein leichtes Luftbedürfnis ist normal, Stress oder Panik sind es nicht.
So lernst du und dein Körper CO₂-Toleranz
Es geht nicht darum, „den Atem anzuhalten, bis du blau wirst“.
Sondern gezielt, sanft und regelmäßig deine Atemgewohnheiten zu verändern:
🧘♀️ Ausatembetonte Atemtechniken (Prāṇāyāma) aus dem Yoga
Wie bspw. Ujjāyī-Prāṇāyāma und Bhrāmarī-Prāṇāyāma
🧘♀️ Atemtraining nach Buteyko (Basics):
- Atme immer durch die Nase (auch nachts!)
- Reduziere dein Atemvolumen bewusst – atme leise und flach
- Mache Atempause nach dem Ausatmen (z. B. 10–20 Sek. halten)
- Gehe spazieren und mache Atempausen während des Gehens
- Beobachte dein Wohlgefühl – kein Kampf, kein Zwang
📈 Der Effekt von mehr CO₂-Toleranz
Mit steigender CO₂-Toleranz wird die Atmung ruhiger. Der Kreislauf stabilisiert sich, der Schlaf verbessert sich und der Geist wird klarer. Viele Menschen erleben mehr Energie, bessere Belastbarkeit und eine höhere emotionale Stabilität.
Effekte von gesteigerter CO₂-Toleranz:
✅ ruhigere Atmung
✅ stabilerer Kreislauf
✅ klarerer Kopf
✅ besserer Schlaf
✅ entspannter Körper
✅ weniger Atemnot bei Belastung
✅ mehr emotionale Resilienz
📎 Fazit: CO₂ ist dein Freund – nicht dein Feind
Deine Atmung ist mehr als ein Automatismus.
Wenn du beginnst, deine CO₂-Toleranz zu verstehen und zu trainieren,
öffnest du die Tür zu tiefer Gesundheit, innerer Balance und echter Energie – ganz ohne Pillen.
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Gemeinsam üben wir deine CO₂-Toleranz zu steigern und verändern deine Atmung –
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